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DRS - Kontext

«Kontext» vertieft aktuelle Gesellschaftsthemen: Menschen und ihre Beziehungen, Glauben und Ethik, Bildung und Psychologie, Umwelt, Technik, Medizin und Naturwissenschaften. «Kontext» beschäftigt sich kritisch mit dem politischen, wirtschaftlichen Geschehen und den gesellschaftlichen Trends in der Schweiz, mit Lebenswelten und Lebensweisen innerhalb und ausserhalb Europas.

Die Himmelsscheibe von Nebra

11.02.2019 00:56:12

Vor 20 Jahren wurde die 4000 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra entdeckt. Sie entpuppte sich als Forschungsmagnet und hat die Sicht auf unsere Frühgeschichte verändert. In Berlin ging kürzlich eine grosse Archäologieausstellung zu Ende. Ausgestellt war auch die legendäre Himmelsscheibe von Nebra, die normalerweise im Landesmuseum für Frühgeschichte in Halle beheimatet ist. Aus diesem Anlass hat Harald Meller, Museumsdirektor und einer der bekanntesten Archäologen Deutschlands zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten Kai Michel die gesammelten Forschungserkenntnisse in einem umfassenden Sachbuch ausgerollt: eine faszinierende Reise durch die neuste Forschung und eine ebensolche rückwärts in eine Kultur und Zeit, von der man bisher fast gar nichts wusste. Weitere Themen: - Der Grabraub - Die Schaltregel - Die Fürstengräber - Die Armee

Weitere Folgen von "DRS - Kontext"

Sexuelle Übergriffe - die grösste Krise der Kirche

Sexuelle Übergriffe von Priestern und Ordensleuten: Massive Vorwürfe, mangelhafte Aufarbeitung - verliert die römisch-katholische Kirche vollends den Rückhalt bei den Gläubigen? Papst Franziskus hat die Präsidenten der Bischofskonferenzen weltweit am 21. bis 24. Februar zu einer Krisensitzung im Vatikan einbestellt. Thema: Die sexuellen Übergriffe von Priestern und Ordensleuten auf Kinder und Jugendliche. Seit 2010 sind im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz 283 entsprechende Meldungen eingegangen. Die meisten Fälle sind verjährt. Sexueller Missbrauch, begangen von Priestern und Ordensleuten, trifft die römisch-katholische Kirche als «moralische Instanz» im Mark. «Kontext» geht der Frage nach, wie es so weit gekommen ist. Weitere Themen: - Sexuelle Übergriffe in der römisch-katholischen Kirche - Verhaltene Reaktion - Grundlegende Reform der Sexualmoral gefordert

00:49:2021.02.2019
Künste im Gespräch – Currentzis, Wells und Geister-Bühnen

Mit Teodor Currentzis steht dem SWR Symphonieorchester ein publikumsnaher Musikvermittler vor. – Benedict Wells feiert dank schriftstellerischer Empathie Erfolge über die Sprachgrenzen hinaus. - Und die Theaterspielpläne feiern plötzlich Monster, Sandmänner und Untote. Dank seiner kommunikativen Art ist Stardirigent Teodor Currentzis seit der aktuellen Spielzeit auch der oberste Musikvermittler beim SWR Sinfonieorchester. Ein Besuch in Stuttgart. «Vom Ende der Einsamkeit» hat den deutsch-schweizerischen Autor Benedict Wells bis in die USA bekannt gemacht. Was zeichnet ihn aus? Woher kommt sein Faible für Hoffnung ohne Kitsch, für Empathie ohne Sentimentalität? Wer diese Saison ins Theater geht, kann ihnen kaum entgehen: allerorten geisterts, ists gespenstisch und einfach zum Gruseln. Und das durchaus und vor allem für Erwachsene. Warum sind die Spielpläne voll von Monstern, Sandmännern und Untoten? Wir wagen den Versuch, den Zeitgeist auf den Deutschschweizer Bühnen einzufangen. Weitere Themen: - Teodor Currentzis: Auf Tuchfühlung mit dem Publikum - Benedict Wells: Der Schriftsteller mit dem gewissen Etwas - Geister und Gruseln auf der Theaterbühne

00:54:2420.02.2019
Forscherkarriere: Gefahr für Gesundheit und Wohlbefinden?

Machtmissbrauch und Mobbing treiben die Wissenschaft um: Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Professoren oder Professorinnen ihre Angestellten unzulässig behandelten. In der Schweiz und international. Was steckt dahinter – und was kann dagegen getan werden? Zwischen Professorinnen und Professoren und ihren Angestellten besteht ein grosses Machtgefälle. Die Chefs sorgen für die Finanzierung ihrer Doktorierenden und bewerten gleichzeitig deren Abschlussarbeit. Eine gute Bewertung ist entscheidend für die weitere Karriere. Dies birgt grosses Missbrauchspotential. Gleichzeitig herrscht in der Forschung sowieso schon ein hoher Druck, der internationale Wettbewerb ist enorm, sehr lange Arbeitszeiten, zum Beispiel, die Norm. Studien zeigen, dass Doktorierende ein deutlich höheres Risiko haben, an einer Depression oder einem anderen psychischen Leiden zu erkranken. Kontext lässt von Machtmissbrauch Betroffene zu Wort kommen, debattiert mit Professoren und Nachwuchsforschern, welche Arbeitsbedingungen die Richtigen wären, und diskutiert mit Hochschul-Verantwortlichen und Experten, wie die Situation verbessert werden könnte. Weitere Themen: - Ein Klima der Willkür und Angst - Totale Leidenschaft - Es geht auch anders - Wir schauen jetzt hin

00:54:2819.02.2019
Von Holocaust und Nationalsozialismus erzählen?

Seit Erscheinen des Romans «Stella» von Takis Würger wird heftig gestritten über die Frage: Wo beginnen Verkitschung, Missbrauch und Trivialisierung des Nationalsozialismus und des Holocaust? In Kontext äussern sich dazu LiteraturkritikerInnen sowie Experten für Holocaustliteratur und Film. Der Roman «Stella» von Takis Würger hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. SRF-Literaturredaktorin Luzia Stettler und Literaturkritiker Felix Schneider berichten von unterschiedlichen Leseerfahrungen und geben gegensätzliche Wertungen des Buches ab. Sie greifen die wichtigsten Themen der Debatte auf: Wie wichtig ist die Wirklichkeit im historischen Roman? Was ist unerzählbar am Holocaust? Wo beginnen Tabus? Sascha Feuchter, Leiter der Forschungsstelle Holocaustliteratur in Giessen, ordnet die Aktualität in die Geschichte und Entwicklung der Holocaustliteratur ein. Filmredaktor Michael Sennhauser berichtet von Naziploitation und Holocaust im Film. Lesehinweise: Peter Wydens dreiteilige Serie über Stella Goldschlag im «Spiegel» (1992): http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679866.html Peter Wyden: «Stella Goldschlag» (2019, Steidl) Takis Würger: «Stella» (2019, Hanser) Weitere Themen: - Streit um Stella - Nicht zu viele Tabus! - Naziploitation – urteilt nicht zu schnell!

00:56:0518.02.2019
Koloniale Erbschaften - wie umgehen damit in den Museen?

Präsident Macron will afrikanische Kulturgüter zurückgeben in ihre Ursprungsländer - der Wille ist da - doch so einfach geht das nicht. Die Rückgabeversprechungen des französischen Präsidenten haben in den Feuilletons eine gigantische Diskussion ausgelöst, ob und wie das gehen soll, die Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an ihre einstigen Besitzer. Fast alles ist noch unklar bei dieser Debatte - doch sie hat den Blick der Öffentlichkeit geschärft und auch auf andere Museen gelenkt. Wie sieht es in der Schweiz aus - im Berner Historischen Museum, im Museum der Kulturen Basel und im Museum Rietberg: alle drei haben auch sie Ethnograficas aus Afrika. Weitere Themen: - Museum Rietberg: Umgang mit Kunstwerken aus kolonialen Kontexten - Rückgabe ja gerne - wenn es denn überhaupt Interessenten gibt

00:57:4717.02.2019
69. Berlinale und scheidender Leiter Dieter Kosslick: eine Bilanz

Die Berlinale ist das publikumsstärkste Filmfestival Europas. Die 69. Ausgabe ist die letzte unter der Leitung von Dieter Kosslick. Eine Gesprächsrunde blickt auf diese Ausgabe zurück. Dieter Kosslick, der charismatische Mann, der fast immer mit Hut und rotem Schal zu sehen ist, prägte die internationalen Filmfestspiele Berlin fast 20 Jahre lang, nächstes Jahr gibt er den Stab an Carlo Chatrian weiter. In einer Kontext-Gesprächsrunde mit der Filmkritikerin Katja Nicodemus und dem Filmkritiker Peter Claus blickt Brigitte Häring zurück auf die Kosslick-Ära. Wie hat Kosslick die Berlinale geprägt? Was sind seine Verdienste? Was hat er eventuell auch weniger gut gemacht? Zu diskutieren geben zum Festivalende hin natürlich auch die Filme selber: Welche haben besonders zu reden gegeben? Und wer hat Chancen auf den Goldenen Bären?

00:54:2714.02.2019
Künste im Gespräch – Zurück zu den Seen, Bauhaus, Untoter Schwan

Genderfluide Bäume entwurzeln sich und machen sich auf die Reise zurück zu den Seen. Möbel im Bauhaus-Design sind modern seit hundert Jahren. Und im Elfenland der Basler Lyrikpreisträgerin Katharina Schultens tummeln sich auch Zombies. Lantau ist ein reisefreudiger Birnbaum, Liliette seine geliebte Seerose und Weissdorn Habakus sein genderfluider Rivale. Vor dreissig Jahren entzückten die Basler Künstlerin Betha Sarasin und Musikjournalist Markus Ganz mit ihrem phantastischen dreisprachigen Geschichten-, Bilder- und Musikbuch «Die Reise zu den Seen» auf Deutsch, Chinesisch und Englisch. Nun hat Markus Ganz als Hommage an seine 2016 verstorbene Fabulier-Freundin den Band «Zurück zu den Seen» veröffentlicht, ein fröhliches Panoptikum, ein Kulturschwamm-Pendel im Ausschlag nach Ost und West. Mit dem Bauhaus kam die Moderne in die Wohn- und Arbeitszimmer. Form follows function lautete die prominente Devise. Schön und funktional sollten die Möbel und Accessoires sein, so wie Freischwinger von Marcel Breuer, Mies van der Rohes Barcelona Chair und Wagenfeld-Lampen. Bauhaus-Möbel sind bis heute beliebt. Doch nicht alles, was als Bauhaus-Stil angepriesen wird, hat im Bauhaus seine Wurzeln. Der Basler Lyrikpreis 2019 ging an Katharina Schultens. Ihre ungeheure Sprachkraft treffe in ihrer Gradlinigkeit das Herz der Gegenwart, das schreibt die Jury des Basler Lyrikpreises 2019 zur Dichtung von Katharina Schultens. Die 38-jährige Schriftstellerin lebt in Berlin und veröffentlicht seit 20 Jahren Lyrik und poetologische Texte. Ihr letzter Gedichtband heisst «Untoter Schwan» und kam vor einem Jahr im kookbooks Verlag heraus. Daniela Huwyler hat die Dichterin an der Basler Preisverleihung getroffen. Weitere Themen: - Lantau, Liliette und Habakus wollen zurück zu den Seen - Bauhaus-Möbel - seit 100 Jahren modern? - Traumwandlerisch an der Grenze – Lyrik von Katharina Schultens - Katharina Schultens zu ihrem feministischen Science-Fiction-Roman

00:56:1313.02.2019
The Kids Are Alt-Right: Die neuen Koordinaten der Pop-Rebellion

Die Alt-Right in den USA beherrschen die Zeichensprachen des Pop und inszenieren sich als Provokateure. Und der Österreicher Andreas Gabalier codiert den Rockn‘Roll um - in einen nostalgischen Heimatsoundtrack, der den Rechtspopulismus nährt. Was sind die Strategien der kulturellen Gegenaufklärung? «The kids are alright» ist eine Hymne auf die rebellische Jugend der Sechziger der britischen Rockband The Who. Wer heute schockieren will, muss Donald Trump wählen, das empfehlen führende Köpfe der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, der neuen, alternativen Rechten. Gavin McInnes, einst Gründer des Vice-Magazins, ist einer von ihnen und sagt: «Ich bin noch immer der Punk, der ich vor 20 Jahren war. Nur dass meine Zielscheibe nicht mehr die bourgeoisen Spiesser aus den Vororten sind, sondern die politisch korrekte linke Elite.» Klaus Walter fragt in seinem Essay: Wie eignet sich die neue Rechte Punk an? Welche Tabus will sie brechen? Und wohin nur mit den ganzen Widersprüchen? Im zweiten Teil lenkt die Philosophin Isolde Charim den Blick auf den Alpenraum, auf den Volks-Rockn‘Roller Andreas Gabalier. Er behandle die Popmusik, als ob sie schon immer ein Medium für massenwirksame Heimattümelei gewesen sei - was im Kontext des Rechtspopulismus besonders brisant ist. Aber nicht überall wo Heimattümelei und eine E-Gitarre zusammenfinden, ist automatisch reaktionäres Gedankengut drin: der Schweizer Mundart-Musiker Trauffer fühlt sich missverstanden und wehrt sich dagegen, vom Feuilleton in die rechte Ecke gestellt zu werden. Weitere Themen: - Mediale Pop-Strategien der Neuen Rechten - Andreas Gabalier: Idyllischer Alpenrock von rechts - Marc Trauffer: Die Schweiz gehört nicht der SVP

00:55:4312.02.2019
The Kids Are Alt-Right: Die neuen Koordinaten der Pop-Rebellion

Die Alt-Right in den USA beherrschen die Zeichensprachen des Pop und inszenieren sich als Provokateure. Und der Österreicher Andreas Gabalier codiert den Rockn‘Roll um - in einen nostalgischen Heimatsoundtrack, der den Rechtspopulismus nährt. Was sind die Strategien der kulturellen Gegenaufklärung? «The kids are alright» ist eine Hymne auf die rebellische Jugend der Sechziger der britischen Rockband The Who. Wer heute schockieren will, muss Donald Trump wählen, das empfehlen führende Köpfe der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, der neuen, alternativen Rechten. Gavin McInnes, einst Gründer des Vice-Magazins, ist einer von ihnen und sagt: «Ich bin noch immer der Punk, der ich vor 20 Jahren war. Nur dass meine Zielscheibe nicht mehr die bourgeoisen Spiesser aus den Vororten sind, sondern die politisch korrekte linke Elite.» Klaus Walter fragt in seinem Essay: Wie eignet sich die neue Rechte Punk an? Welche Tabus will sie brechen? Und wohin nur mit den ganzen Widersprüchen? Im zweiten Teil lenkt die Philosophin Isolde Charim den Blick auf den Alpenraum, auf den Volks-Rockn‘Roller Andreas Gabalier. Er behandle die Popmusik, als ob sie schon immer ein Medium für massenwirksame Heimattümelei gewesen sei - was im Kontext des Rechtspopulismus besonders brisant ist. Aber nicht überall wo Heimattümelei und eine E-Gitarre zusammenfinden, ist automatisch reaktionäres Gedankengut drin: der Schweizer Mundart-Musiker Trauffer fühlt sich missverstanden und wehrt sich dagegen, vom Feuilleton in die rechte Ecke gestellt zu werden. Weitere Themen: - Mediale Pop-Strategien der Neuen Rechten - Andreas Gabalier: Idyllischer Alpenrock von rechts - Marc Trauffer: Die Schweiz gehört nicht der SVP

00:55:1212.02.2019
Altern und Alzheimer – Forscher ergründen den Verfall

Ins Wasser steigen, und wieder jung sein. Kein löchriges Gedächtnis, keine Altersgebrechen – nur ein Traum! Forscher rätseln noch, was beim Altern genau vor sich geht. Ihre Hoffnung: Sobald sie das Altern verstehen, wollen sie es aufhalten und so selbst Alterskrankheiten wie Alzheimer ausbremsen. Was ist Altern? Die Antwort darauf ist biologisch betrachtet erstaunlich schwierig: Sind es die Chromosomen, die kaputtgehen? Oder sammelt sich schlicht zu viel Unrat in den Zellen an, solange bis die Zellen sterben? Ist Stress der Hauptschuldige? Oder gar der beste Schutz? Die Datenlage ist, vorsichtig ausgedrückt, unübersichtlich. Um der Wahrheit näher zu kommen, nähen Forscher junge und alte Mäuse aneinander, und stellen fest, dass junges Blut alte Mäuse wieder fit macht. Sie untersuchen, warum ein Fadenwurm doppelt so alt wird, wie der andere. Sie setzen Mäuse auf Diät und scannen das Genom 100jähriger, um herauszufinden, was sie so robust macht. Eine Antwort ist noch lang nicht in Sicht, aber die Suche danach ist umso überraschungsreicher. Die grosse Hoffnung: dereinst das Altern zumindest zu verlangsamen, und typische Alterskrankheiten wie Alzheimer, wenn nicht heilen, so doch ausbremsen und «auf später verschieben» zu können. Weitere Themen: - Mysterium Altern – Vom Verfall - Früherkennung - ein Bluttest für Alzheimer - Jahrzehnte ohne Erfolg - trotzdem weiter wie bisher?

00:50:3110.02.2019
«Ich verdurste und verweine.» Else Lasker-Schüler in der Schweiz

Vor 150 Jahren wurde die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler geboren. Ihre Geschichte ist eng verwoben mit der Schweiz. Erst hat sie während des Ersten Weltkriegs ihren Sohn Paul hier versteckt. Dann war sie ab 1933 selbst auf der Flucht. Zwei Bücher geben neuen Einblick in diese Zeit. «O mein Gott mein, nur alleine // Ich verdurste und verweine // In dem Segen.» Das schreibt die grosse Dichterin Else Lasker-Schüler in ihrem Gedicht «Abendlied». Sie hat eine Abschrift davon in das Gedichtbuch des Kaufhausdirektors Hugo May gelegt, nachdem sie es in den 1930-er Jahren in Zürich vorgetragen hat. Die deutsch-jüdische Künstlerin floh vor den Nazis nach Zürich. Vor genau 150 Jahren wurde die unkonventionelle Else Lasker-Schüler in Elberfeld bei Wuppertal geboren. Sie nannte sich gerne Jussuf, Prinz von Theben, oder bezeichnete sich als Indianer. Sie war doppelt begabt: literarisch und zeichnerisch. Ihre Faszination ist bis heute ungebrochen. Bereits früher hat sich Else Lasker-Schüler in der Schweiz aufgehalten. Wegen ihres Sohnes. Den kränkelnden Paul versteckte sie mit prominenter Hilfe im Sanatorium Kilchberg, damit er nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen werden konnte. Zehn Jahre lang, bis zu seinem Tod, führte sie ihr Weg immer wieder in die Schweiz. Etliche Geschäftsleute, Künstlerinnen und Freunde hat sie in dieser Zeit um sich geschart. Nun gibt ein neues Buch Einblick in diese wenig bekannte Zeit. Weitere Themen: - Else Lasker-Schüler - eine umtriebige Netzwerkerin - Else Lasker-Schüler: «Schwärmerei ist eine blühende Kraft.» - Else Lasker-Schüler und die Kaufhaus-Direktoren in Zürich

00:56:1207.02.2019
Künste im Gespräch – Richtungswechsel und Klimawandel

Literarischer Neustart - Jennifer Egans neuer Roman ist ganz anders. Ökologische Katastrophe - Durch Performance Zerstörung stoppen? Und: Gesellschaftliche Veränderung - Marc Ribots «Songs of Resistance» besingen den Widerstand.  Jennifer Egan hat als Autorin viel ausprobiert. Das Fragment war ihr Ding. Der neue Roman «Manhattan Beach» kommt allerdings erstaunlich traditionell daher. Über die Gründe spricht Jennifer Egan im Interview. Dann: der anthropogene Klimawandel wird in der neuen Performance des Kollektivs «helium x» zum «grossen Drama». Die jungen Schweizer Theatermachenden suchen dabei auch nach einem Hoffnungsschimmer. Und: Der Gitarrist Marc Ribot reagiert als Musiker und Bürger auf die Zustände in der US-Politik. Mit seinem neuen Album «Songs of Resistance» ist er jetzt in der Schweiz zu Gast. Weitere Themen: - Jennifer Egan: Radikaler Richtungswechsel - Das Drama um den Planeten Erde - Marc Ribot - Die Protestsongs des Meistergitarristen

00:52:1506.02.2019
Mysterium Erdöl – Ein Rohstoff beherrscht die Welt

Trotz erneuerbaren Energien liefern die fossilen Brennstoffe Öl, Gas und Kohle weltweit 85 % der Energie, die wir Menschen verbrauchen. Erdöl ist heute der wichtigste fossile Energieträger - und das Ölzeitalter ist laut Prognosen noch lange nicht zu Ende. Kontext besucht das Zentrum der Schweizerischen Ölindustrie, die mittlerweile einzige Raffinerie der Schweiz im Neuenburgischen Cressier. Wir sprechen mit Erdölexperten über die Zukunft des schwarzen Goldes und gehen der Frage nach, wie Erdöl eigentlich seine dominierende Stellung erhalten hat. Hätte es auch anders kommen können? Und, wir schauen mögliche Wege an, die den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ermöglichen sollen. Weitere Themen: - Die Raffinerie Cressier - Die Suche nach Erdöl - Woher stammt die Energie im Erdöl? - Künstliche Photosynthese - Warum wurde Erdöl derart dominant?

00:54:2705.02.2019
Digitale Arbeitsnomaden – Neue Freiheit oder Prekariat?

Selbstbestimmt arbeiten wo und wann man will, auf dem Balkon, im Café, am Strand. Die digitale Technik und Unternehmen, die elektronische Plattformen betreiben und ihre Aufträge digital vergeben, machen es möglich. Doch was als neue Freiheit der Arbeit winkt, endet nicht selten im Prekariat. Sie arbeiten im Homeoffie, im Café, im Open-Space oder sind unterwegs. Sie arbeiten mit dem, was sie im Laptop haben und nennen sich Crowdworker, Contentmanager oder Mikrojobber. Sie bewirtschaften elektronische Plattformen von Versandhäusern, Hauslieferdiensten oder von hippen Startups, die mit einer Geschäftsidee im Netz durchzustarten hoffen. Immer mehr Arbeitskräfte erzielen ihr Einkommen über eine Tätigkeit, die sie orts- und zeitunabhängig digital verrichten. Kontext zeigt Vor- und Nachteile dieser Arbeitsform auf und gibt Einblick in die Szene des digitalen Nomadentums. Weitere Themen: - Arbeitsort: «Wo es mir passt!» - Crowdworkern über die Schulter geschaut - Coolness und Hungerlohn - «Umbau von grosser Wucht»

00:56:0704.02.2019
Selfies und Körperbild - Spieglein, Spieglein in der Hand?

Die «Generation Selfie» geht mit Bildern von sich selbst, selbstverständlich um. Im Netz gibts dafür Likes, Komplimente - oder auch nicht. Was macht das mit der Selbstwahrnehmung der jungen Menschen? Was macht das Selfie mit dem Selbstbild? Der Filter machts möglich: Makellose Haut, grössere Augen, einfach ein bisschen perfekter als ohne. Solche Filter machen Spass. Es gibt aber auch Studien, die einen Zusammenhang zwischen Neid, depressiver Verstimmung und der aufpolierten Selbstdarstellung in den Sozialen Medien aufzeigen: Nur – stimmt das auch? Fakt ist: Selbstdarstellung in den Sozialen Medien wird häufig alarmistisch und aus Erwachsenenperspektive behandelt. Bei «Kontext» kommen auch Jugendliche zu Wort und es werden die spielerischen, kreativen, ermächtigenden Seiten der Selbstdarstellung beleuchtet. Studiogast: Ulla Autenrieth, Sozialwissenschaftlerin am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Weitere Themen: - Pumpen für den Traumkörper - Sind Tik Tok-Videos die kreativeren Selfies? - Selfies, Likes und Gelassenheit

00:54:2003.02.2019
40 Jahre Iranische Revolution – Chomeini und die Folgen

1979 kehrt Ayatollah Chomeini nach über 14 Jahren aus dem Exil in den Iran zurück. Er beseitigt die Reste der Herrschaft des Schahs und gründet einen fundamentalistischen Gottesstaat. Die Folgen der Revolution zeigen sich bis heute – im Iran, in der islamischen Welt und im Westen. Chomeini errichtet eine «Herrschaft der Gottesgelehrten», eine Theokratie. Der anfänglich von den Massen gefeierte Revolutionsführer zeigt sich schon bald als Gewaltherrscher, der jede Opposition skrupellos verfolgt. Der iranische Autor Amir Hassan Cheheltan schildert in seinem aktuell auf Deutsch übersetzten Roman «Der standhafte Papagei» das historische Revolutionsjahr als literarisches Tagebuch aus der Innensicht des Zeitzeugen. Trotz der rückwärtsgewandten Umwälzungen vor 40 Jahren hat auch im heutigen Iran die Moderne Einzug gehalten. Zumindest in der Metropole Teheran, bei Kunstschaffenden und in der jüngeren Generation, die mit zunehmendem Unwillen und Protest mehr Freiheiten einfordern. Buchhinweis: Amir Hassan Cheheltan: Der standhafte Papagei. Erinnerungen an Teheran 1979. Matthes & Seitz 2018 Weitere Themen: - Als der Ayatollah heimkehrte - Amir Hassan Cheheltan: Der Chronist des Umsturzes - «Die Bedeutung der Revolution kann nicht überschätzt werden.» - Die Revolution heute

00:55:1531.01.2019
Literatur im Gespräch

In Frankreich brodelt es und die Literaten melden sich zu Wort. Sie geben den Unzufriedenen, den Verlierern eine Stimme. Denjenigen, die zurzeit auf die Strasse gehen. Kontext mit neuen Büchern von Autoren, die Tabus aufgreifen und gerne provozieren. Was ist eigentlich los in Frankreich. Was treibt die Gelbwesten jeden Tag auf die Strasse? Und: Warum sind sie so zornig. Im Januar sind gleich zwei Bücher von französischen Starautoren erschienen, die darauf mögliche Antworten geben. Edouard Louis mit «Wer hat meinen Vater getötet» und Michel Houellebecq mit «Serotonin». Beide Autoren richten ihren Blick auf das Land, loten aus, woran die französische Gesellschaft heute krankt. Sie rechnen mit den Politikern ab und artikulieren den Frust und den Zorn der Verlierer. Ein ganz anderes Thema greift die streitbare Autorin Marie Darrieusseqc auf. Ihr Roman «Unser Leben in den Wäldern» spielt in der Zukunft und schildert das Leben eines Klon-Proletariats. Es sind auch da die Verlierer einer Gesellschaft, in der sich ein paar Reiche ein menschliches Ersatzteillager leisten. Es diskutieren Sieglinde Geisel, Julian Schütt und Esther Schneider. Gäste: Julian Schütt und Sieglinde Geisel Weitere Themen: - "Serotonin" von Michel Houellebecq - "Wer hat meinen Vater umgebracht" von Edouard Louis - "Unser Leben in den Wäldern" von Marie Darrieusseqc

00:55:3330.01.2019
Solothurner Filmtage - Generationen

Am Donnerstag enden die 54. Solothurner Filmtage. Nach einer Woche und rund 160 Filmen zeigen sich Vielfalt und Verdrängungspotential, Generationen-Bewusstsein und Umbruch. Vier Schweizer Filmemacherinnen und Filmemacher zwischen 77 und 35 im Gespräch. Markus Imhoof ist ein Grandseigneur des Schweizer Films. Von «Das Boot ist voll» über «More than Honey» bis «Eldorado» haben seine Filme Menschen begeistert, erschüttert und Debatten angestossen. Mit Jahrgang 1941 ist Markus Imhoof derjenige in der Runde, der noch einen Schweizer Film ohne Filmtage kannte. Die Baslerin Fanny Bräuning hat 2009 mit «No More Smoke Signals» den Schweizer, den Zürcher und den Basler Filmpreis sowie den Prix de Soleure gewonnen. Jetzt präsentiert sie «Immer und ewig», einen Dokumentarfilm über ihre Eltern. Auch Annie Gisler kam in Basel zur Welt, studierte unter anderem in Buenos Aires, Madrid und Zürich, hat Verbindungen ins Tessin und in die Westschweiz und mitten in die Gegenwart mit ihrem Dokumentarfilm «La petite mort» zur weiblichen Sexualität im Dialog zwischen Frauen, für Frauen. Und für Männer. Aron Nick wurde die Ehre zuteil, mit seinem Dokumentarfilm «Tscharniblues II» die 54. Solothurner Filmtage zu eröffnen. Vierzig Jahre nachdem sein Vater und seine Berner Freunde mit dem Original-«Tscharniblues» an den Solothurner Filmtagen einen Überraschungeserfolg feierten. Im Gespräch mit Michael Sennhauser über ihre Filme und ihr Selbstverständnis als Filmemacherinnen und Filmemacher verorten die vier die Solothurner Filmtage 2019 und das Schweizer Filmschaffen über die Generationen.

00:55:5129.01.2019
Komaforschung – eine Wissenschaft auf philosophischem Terrain

Die Komaforschung ist eine junge Wissenschaft. Auf der Suche nach dem Bewusstsein stösst sie in ein Gebiet vor, das lange fest in der Hand der Philosophen war. Doch die Medizin kann sich nicht länger drücken. Denn die Spitzenmedizin «produziert» immer mehr Menschen mit Störungen des Bewusstseins. Die Spitzenmedizin lässt heute Menschen mit schwersten Hirnverletzungen überleben. Entsprechend nimmt die Zahl jener PatientInnen zu, die sich im Wachkoma oder im Zustand minimalen Bewusstseins befinden. Was das Gehirn hinter diesen Bewusstseinszuständen tut, ist genau so rätselhaft wie die Frage, was Bewusstsein eigentlich ist und wie dieses im gesunden Gehirn entsteht. Patienten, Pflegende und Komaforscher berichten über ihre Sicht aufs Bewusstsein und was dieses ausmacht. Weitere Themen: - Mysterium Wachkoma – Leben in den Zwischenwelten des Bewusstseins - Vom Leben und Fortschreiten nach dem Wachkoma - Auf der Suche nach dem Bewusstsein - Was hat die Vorstellung vom Tennisspielen mit Bewusstsein zu tun

00:56:0728.01.2019
Dürfen Politiker lügen?

Die Lüge hat in der Politik eine lange Tradition, nicht erst, seit ein notorischer Lügner im Weissen Haus sitzt - aber: darf in der Politik überhaupt gelogen werden? Bill Clinton hat es getan, Elisabeth Kopp hat es getan, Pierre Maudet auch, russische Chatbots sind darauf programmiert, es zu tun, und Donald Trump tut es täglich: lügen. Nicht einfach Tatsachen verwischen, die Dinge ein wenig verdrehen, sondern bewusst die Unwahrheit sagen. Die Lüge ist, so zumindest der Eindruck, in der Mitte der Politik angekommen - und die Frage stellt sich: ob das System hat? Ob Politiker lügen dürfen? Darüber diskutieren die Philosophin Catherine Newmark, die Historikerin Sylvia Sasse und der Journalist Matthias Zehnder, unter der Leitung von Christoph Keller.

00:54:2127.01.2019