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DRS - Kontext

«Kontext» vertieft aktuelle Gesellschaftsthemen: Menschen und ihre Beziehungen, Glauben und Ethik, Bildung und Psychologie, Umwelt, Technik, Medizin und Naturwissenschaften. «Kontext» beschäftigt sich kritisch mit dem politischen, wirtschaftlichen Geschehen und den gesellschaftlichen Trends in der Schweiz, mit Lebenswelten und Lebensweisen innerhalb und ausserhalb Europas.

«Ich verdurste und verweine.» Else Lasker-Schüler in der Schweiz

07.02.2019 00:56:12

Vor 150 Jahren wurde die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler geboren. Ihre Geschichte ist eng verwoben mit der Schweiz. Erst hat sie während des Ersten Weltkriegs ihren Sohn Paul hier versteckt. Dann war sie ab 1933 selbst auf der Flucht. Zwei Bücher geben neuen Einblick in diese Zeit. «O mein Gott mein, nur alleine // Ich verdurste und verweine // In dem Segen.» Das schreibt die grosse Dichterin Else Lasker-Schüler in ihrem Gedicht «Abendlied». Sie hat eine Abschrift davon in das Gedichtbuch des Kaufhausdirektors Hugo May gelegt, nachdem sie es in den 1930-er Jahren in Zürich vorgetragen hat. Die deutsch-jüdische Künstlerin floh vor den Nazis nach Zürich. Vor genau 150 Jahren wurde die unkonventionelle Else Lasker-Schüler in Elberfeld bei Wuppertal geboren. Sie nannte sich gerne Jussuf, Prinz von Theben, oder bezeichnete sich als Indianer. Sie war doppelt begabt: literarisch und zeichnerisch. Ihre Faszination ist bis heute ungebrochen. Bereits früher hat sich Else Lasker-Schüler in der Schweiz aufgehalten. Wegen ihres Sohnes. Den kränkelnden Paul versteckte sie mit prominenter Hilfe im Sanatorium Kilchberg, damit er nicht in den Ersten Weltkrieg eingezogen werden konnte. Zehn Jahre lang, bis zu seinem Tod, führte sie ihr Weg immer wieder in die Schweiz. Etliche Geschäftsleute, Künstlerinnen und Freunde hat sie in dieser Zeit um sich geschart. Nun gibt ein neues Buch Einblick in diese wenig bekannte Zeit. Weitere Themen: - Else Lasker-Schüler - eine umtriebige Netzwerkerin - Else Lasker-Schüler: «Schwärmerei ist eine blühende Kraft.» - Else Lasker-Schüler und die Kaufhaus-Direktoren in Zürich

Weitere Folgen von "DRS - Kontext"

30 Jahre Internet

1989 entwickelte der britische Physiker Tim Berners-Lee am CERN in Genf die Grundlagen des Internets. «Info.cern.ch» hiess die allererste Webseite überhaupt. Das weltweite Netz krempelt seither sehr vieles um. 30 Jahre Internet – eine Gelegenheit zur Rückschau und zur Gegenwartsdiagnose. In «Kontext» berichten Michael Sennhauser über die Anfänge des Internets und Cathrin Caprez über die Physikerinnen und Physiker, für die dieses Instrument des Informationsaustauschs zuerst gedacht war. Der Kriminalistik beschert die Digitalisierung nicht nur neue und veränderte Delikte, sie eröffnet auch neue Wege, Täter zu ermitteln, wie Daniel Nussbaumer, Leiter der Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich, Raphael Zehnder erklärt. Der Internetpionier Jaron Lanier begründet, wie er das Internet reparieren will. Und nicht zuletzt erzählen Neun- bis Achtzigjährige, was ihnen das Internet im Alltag bringt. Weitere Themen: - Von den Anfängen des Internets - Das Ursprungbiotop: die Physikerinnen und Physiker - Cybercrime - Internetpionier Jaron Lanier im Gespräch - Was bringt Ihnen das Internet im Alltag?

00:56:1112.03.2019
Warum auch Pop mit zweifelhaften Botschaften gut sein kann

«Look at that stupid Girl» sang Mick Jagger, oder «Under my Thumb». Über «Bitches» wird gerapped und über Sex mit Minderjährigen gerockt. Wie haben sich Rock- und Pop-liebende Frauen damit arrangiert? «Warum lieben Frauen ausgerechnet diejenigen Männer und ihre Musik, die sie, im günstigsten Fall, in ein heisses Sexsymbol verwandeln und im weniger günstigen Fall in ein bescheuertes Spielzeug?» fragt die Musikjournalistin Manon Steiner in dem Buch «Under My Thumb». Antworten geben zahlreiche Autorinnen, die über ihr Verhältnis zum Pop und seinen männlichen Protagonisten nachgedacht haben. (Eine Sendung vom Bayrischen Rundfunk)  

00:53:2211.03.2019
Rembrandt

Nur wenige Künstler werden beim Vornamen genannt: Leonardo, Tizian, Raffael und Rembrandt. Die Niederlande feiern ihren alten Meister 2019 mit einem Rembrandtjahr. Was seine Kunst ausmacht und warum sie nach wie vor fasziniert – das ist Thema für Kontext. 1669 – vor 350 Jahren - starb Rembrandt. Der grosse Meister, der schon zu Lebzeiten eine Legende geworden war, starb arm, hinterliess jede Menge Schulden und konnte sich nicht einmal ein Grab leisten. Auch wenn sein persönliches Leben von Schicksalsschlägen gezeichnet war, künstlerisch war Rembrandt extrem erfolgreich. Was seinen Erfolg bis heute ausmacht, erläutert Kunstredaktorin Ellinor Landmann im Gespräch mit Monika Schärer. Und Sie erfahren von drei Männern, die mit dem Rembrandt-Virus infiziert sind: Der führende Rembrandt-Experte Ernst van de Wetering, der niederländische Kunsthändler Jan Six, der zwei bisher unbekannte Rembrandt-Bilder entdeckte, und der Museumsmann Gregor Weber, er leitet die Abteilung der bildenden Künste am Rijksmuseum Amsterdam, dem Museum mit der grössten Rembrandt-Sammlung weltweit. Weitere Themen: - Der Forscher Ernst van de Wetering - Der Kunsthändler Jan Six - Der Museumsmann Gregor Weber

00:52:3210.03.2019
Jugendliche in die Oper!

Oper und Jugendliche – das braucht Vermittlung. Zwei aktuelle Produktionen gehen unterschiedliche Wege: In Basel inszenieren und spielen Jugendliche selbst, in Winterthur tun dies erwachsene Profis. Was kommt besser an? Wir fragen nach. Kompositionsaufträge für Jugend-Opern sind ein bewusstes Investment der Opernhäuser: in das Publikum von morgen und in die traditionsreiche Kunstform Oper, deren Relevanz durch die Anknüpfung an heutige Realitäten erhalten bleiben soll. Konzert Theater Bern und das Theater Winterthur zeigen dies aktuell mit ihrer Produktion «humanoid»: Erwachsene schreiben, komponieren und inszenieren eine Jugendoper. Das Kammerorchester Basel wählt den partizipativen Ansatz: In «Haydn reloaded» lassen sie Jugendlichen des Gymnasiums Kirschgarten freie Hand bei Dramaturgie und Inszenierung. Herausgekommen ist eine bunte Produktion mit alternativen Schöpfungsszenarien. Kontext stellt beide Produktionen vor und erörtert im Gespräch Vor- und Nachteile beider Ansätze. Weitere Themen: - «Mach eine Erde ohne Menschen!» - Jugendoper «humanoid»: Countertenor trifft auf Roboter - Was sagen eine Jugendliche und ein Lehrerausbildner dazu?

00:51:2407.03.2019
Der Aufstand der «Gilets jaunes» - Signal über die Provinz hinaus

Politisch disparat und mit zunehmender Gewalt: Die «Gilet jaunes» lassen Frankreich nicht zur Ruhe kommen. Frankreich sieht sich seit Monaten mit der Revolte der «Gilets jaunes» konfrontiert: Bürgerinnen und Bürger, die bisher kaum politisch engagiert waren, gehen auf die Strasse und fordern weniger Steuern, bessere staatliche Leistungen und mehr Demokratie. Und dies mit zunehmender Gewalt. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat finanzielle Zugeständnisse gemacht und die Bevölkerung zu einem Dialog mit der Regierung eingeladen. «Kontext» beleuchtet diese innenpolitischen Auseinandersetzungen und geht der Frage nach, welches Signal die Gelbwesten an die europäische Politik aussenden. Weitere Themen: - Politischer Protest in der Provinz - «Gilets jaunes» - eine Analyse - Macron: eingeknickt, aber immer noch Hoffnungsträger Europas

00:54:1805.03.2019
Debatte - Was bedeutet Liberalismus einer jüngeren Generation?

In der polarisierten Politiklandschaft - zwischen der regulierungsfreudigen Linken und der protektionistischen Rechten - geht der Liberalismus etwas vergessen. Sein Zentrum bildet die Freiheit des Individuums. Auf liberalem Gedankengut basieren etwa die Grundrechte, die in der Bundesverfassung und in der Europäischen Menschenrechtskonvention stehen. Erstickt der Liberalismus im Zangengriff zwischen der Linken, der Rechten und marktbeherrschenden Oligopolen? Was bedeutet er einer jüngeren Generation? Eine Diskussion mit Salomè Vogt (Avenir Jeunesse), Ronja Jansen (JUSO BL), Kathrin Ziltener (Jugendsekretärin der Gewerkschaft Unia) und Andri Silberschmidt (Präsident Jungliberale Schweiz, Gemeinderat Stadt Zürich), geleitet von Raphael Zehnder. Weitere Themen: - Mittelalter vs. 2019 - Eine Frucht der Aufklärung

00:53:5904.03.2019
Alte Knochen – was sie über unsere Vorfahren erzählen

Kaum etwas übt auf den Menschen eine ähnliche Faszination aus wie die eigene Art und deren Vorgeschichte. Welche Geheimnisse bergen die Knochen längst verstorbener Menschen? Skelette erzählen, wie Menschen früher gelebt haben. Dabei geht es längst nicht nur um die Vermessung der Knochen. Mit den modernen Hightech-Methoden lassen sich sehr viel mehr Informationen aus den Skeletten ziehen als noch vor wenigen Jahren. Ernährungsgewohnheiten, Migration, Abstammung, Gesundheitsversorgung - all dies und noch viel mehr können Wissenschaftler heute rekonstruieren. Hier sind nicht nur spektakuläre neue Funde gefragt, auch alte Sammlungen sind sehr wertvoll. Sie liefern die nötigen Daten, um spezifische Fragen zur Menschheitsgeschichte zu beantworten. Weitere Themen: - Das Grenchner Gräberfeld - Mit Hightech zu neuen Erkenntnissen - Wie «Grenchen» aufersteht

00:54:0303.03.2019
Chronik einer Intendanz: Barbara Frey und Zürcher Schauspielhaus

Zehn Jahre hat die erfolgreiche Intendanz von Barbara Frey am Schauspielhaus Zürich gedauert. Bevor sie sich diesen Sommer von der Stadt und der Bühne verabschiedet, hält die 55-jährige Regisseurin Rückschau. Mit Schillers «Maria Stuart» hat die Regisseurin Barbara Frey vor zehn Jahren ihre Intendanz am Schauspielhaus Zürich angetreten. Mit der Erzählung «Die Toten» von James Joyce wird sie sich Ende dieser Spielzeit verabschieden. Was liegt an Erfahrungen und Einsichten zwischen diesen beiden Premieren und wie hat die gebürtige Baslerin sich als erste Frau in der Intendantenposition am Schauspielhaus Zürich behauptet? Im Gespräch mit Kaa Linder gibt die 55-Jährige Barbara Frey Auskunft über das bewusst skandalfreie Jahrzehnt ihrer Intendanz, ihre Liebe für die Theaterstadt Zürich und die Aufgabe der Kunst, die Fantasie als Ausdruck des menschlichen Geistes nicht zu verlieren.

00:46:5428.02.2019
Sachbuch-Trio

Das Sachbuch-Trio blickt zurück auf das 1979, als weltweit Krisen, Revolutionen und Aufbrüche die Welt veränderten, analysiert rechtspopulistische Diskursstrategien und erinnert an den im Krakauer Ghetto ermordeten Mordechai Gebirtig, der die bekanntesten jiddischen Lieder des 20. Jhd. komponierte. Weitere Themen: - Zeitenwende 1979 - Rechtspopulismus unter der Lupe - Unbekannter Superstar

00:48:3127.02.2019
«Mysterium Sprache»

Die komplexe menschliche Sprache ist eines der grossen Rätsel für die Wissenschaft. Sie unterscheidet uns von unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Aber wir benutzen sie auch, um uns selber abzugrenzen – vom Nachbarland, von den «Un-Coolen» in der Schule, von jenen, die uns fremd sind. Der Mensch erlernt die Sprache mit einer Leichtigkeit, die Linguistinnen und Anthropologen bis heute erstaunt – eine kognitive Höchstleistung des Gehirns, der die Wissenschaft erst so langsam auf die Spur kommt. Auch unsere nächsten genetischen Verwandten, die Menschenaffen benutzen Sprachen. Sie scheinen aber eher flinke Gestikulierer als grosse Redner zu sein. Menschenaffen, die man gezielt trainiert, können zwar bis zu 1000 Zeichen der Gebärdensprache verwenden, normalerweise aber werden sie beim Erlernen von Sprache schon von einem Kleinkind überholt. Über die Menschheitsgeschichte hinweg haben sich mehrere Tausend verschiedene Sprachen entwickelt. Wer diese Sprachvielfalt erforscht, muss sich beeilen, denn immer mehr Sprachen verschwinden für immer. Denn je nach Schätzung droht jeder zweiten Sprache, dass sie irgendwann nicht mehr benutzt wird. «Das Schweizerdeutsch» wäre ein prädestinierter Kandidat, könnte man meinen: warum nicht viel einfacher das viel stärker verbreitete Hochdeutsche übernehmen? Undenkbar! Was also macht den Unterschied aus, dass eine Sprache weiterhin gesprochen wird – oder verloren geht? Anhand von zwei Dialektbeispielen gehen wir der Frage nach, welche Einflüsse eine Sprache formen, erneuern – oder eben auch zum Verklingen bringen. Weitere Themen: - Mysterium menschliche Sprache - Ein lebendiges Mysterium

00:50:1326.02.2019
«Ich bin viele»

Die Schweiz heute ist eine zusammengewürfelte Gesellschaft, in der viele Menschen mit vielen Identitäten leben - und damit auch keine Mühe haben. Die Schweiz ist eine Migrationsgesellschaft, eine Einwanderungsgesellschaft, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. Viele im Land haben sehr diverse, manchmal auch verschlungene Biographien, und manche leben in sehr verschiedenen Sprachen und kulturellen Umfeldern und werden von der Mehrheitsgesellschaft noch immer ausgegrenzt. Dennoch sind sie Teil einer neuen Schweiz, und sie äussern sich - selbstbewusst, mit sehr konkreten Anliegen. Wie diese neue Generation zu verstehen ist, zeigen wir an drei Beispielen, und im Gespräch mit dem Buchautor und Ethnologen Rohit Jain. Weitere Themen: - Migrantinnen in der Session - Achtsprachig auf Sendung - Bla*Sh oder neue Selbstverständlichkeiten

00:54:1825.02.2019
Adrenalin am Fels und auf der Bühne

Der Musiker Julian Sartorius und der Extrembergsteiger Dani Arnold im Gespräch über Felswände, Rampenlicht, klingende Eisbrocken und Muskelkater. MusikerInnen und SpitzensportlerInnen werden immer wieder verglichen: beide trainieren seit sie Kind sind, die mentalen Herausforderungen und die physischen Höchstleistungen sind in beiden Berufen immens. Wie geht der Perkussionist Julian Sartorius mit dem Druck um, den die Konzerttätigkeit verlangt? Wie verarbeitet der Bergsteiger Dani Arnold die Angst vor dem Tod, die bei dieser Sportart immer da ist? Während Julian Sartorius ein passionierter Hobby-Bergsteiger ist, hat Arnold kaum Zeit für Musik und Kunst. Er denkt aber gern und oft über philosophische Fragen des Lebens nach.

00:51:2224.02.2019
Sexuelle Übergriffe - die grösste Krise der Kirche

Sexuelle Übergriffe von Priestern und Ordensleuten: Massive Vorwürfe, mangelhafte Aufarbeitung - verliert die römisch-katholische Kirche vollends den Rückhalt bei den Gläubigen? Papst Franziskus hat die Präsidenten der Bischofskonferenzen weltweit am 21. bis 24. Februar zu einer Krisensitzung im Vatikan einbestellt. Thema: Die sexuellen Übergriffe von Priestern und Ordensleuten auf Kinder und Jugendliche. Seit 2010 sind im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz 283 entsprechende Meldungen eingegangen. Die meisten Fälle sind verjährt. Sexueller Missbrauch, begangen von Priestern und Ordensleuten, trifft die römisch-katholische Kirche als «moralische Instanz» im Mark. «Kontext» geht der Frage nach, wie es so weit gekommen ist. Weitere Themen: - Sexuelle Übergriffe in der römisch-katholischen Kirche - Verhaltene Reaktion - Grundlegende Reform der Sexualmoral gefordert

00:49:2021.02.2019
Künste im Gespräch – Currentzis, Wells und Geister-Bühnen

Mit Teodor Currentzis steht dem SWR Symphonieorchester ein publikumsnaher Musikvermittler vor. – Benedict Wells feiert dank schriftstellerischer Empathie Erfolge über die Sprachgrenzen hinaus. - Und die Theaterspielpläne feiern plötzlich Monster, Sandmänner und Untote. Dank seiner kommunikativen Art ist Stardirigent Teodor Currentzis seit der aktuellen Spielzeit auch der oberste Musikvermittler beim SWR Sinfonieorchester. Ein Besuch in Stuttgart. «Vom Ende der Einsamkeit» hat den deutsch-schweizerischen Autor Benedict Wells bis in die USA bekannt gemacht. Was zeichnet ihn aus? Woher kommt sein Faible für Hoffnung ohne Kitsch, für Empathie ohne Sentimentalität? Wer diese Saison ins Theater geht, kann ihnen kaum entgehen: allerorten geisterts, ists gespenstisch und einfach zum Gruseln. Und das durchaus und vor allem für Erwachsene. Warum sind die Spielpläne voll von Monstern, Sandmännern und Untoten? Wir wagen den Versuch, den Zeitgeist auf den Deutschschweizer Bühnen einzufangen. Weitere Themen: - Teodor Currentzis: Auf Tuchfühlung mit dem Publikum - Benedict Wells: Der Schriftsteller mit dem gewissen Etwas - Geister und Gruseln auf der Theaterbühne

00:54:2420.02.2019
Forscherkarriere: Gefahr für Gesundheit und Wohlbefinden?

Machtmissbrauch und Mobbing treiben die Wissenschaft um: Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Professoren oder Professorinnen ihre Angestellten unzulässig behandelten. In der Schweiz und international. Was steckt dahinter – und was kann dagegen getan werden? Zwischen Professorinnen und Professoren und ihren Angestellten besteht ein grosses Machtgefälle. Die Chefs sorgen für die Finanzierung ihrer Doktorierenden und bewerten gleichzeitig deren Abschlussarbeit. Eine gute Bewertung ist entscheidend für die weitere Karriere. Dies birgt grosses Missbrauchspotential. Gleichzeitig herrscht in der Forschung sowieso schon ein hoher Druck, der internationale Wettbewerb ist enorm, sehr lange Arbeitszeiten, zum Beispiel, die Norm. Studien zeigen, dass Doktorierende ein deutlich höheres Risiko haben, an einer Depression oder einem anderen psychischen Leiden zu erkranken. Kontext lässt von Machtmissbrauch Betroffene zu Wort kommen, debattiert mit Professoren und Nachwuchsforschern, welche Arbeitsbedingungen die Richtigen wären, und diskutiert mit Hochschul-Verantwortlichen und Experten, wie die Situation verbessert werden könnte. Weitere Themen: - Ein Klima der Willkür und Angst - Totale Leidenschaft - Es geht auch anders - Wir schauen jetzt hin

00:54:2819.02.2019
Von Holocaust und Nationalsozialismus erzählen?

Seit Erscheinen des Romans «Stella» von Takis Würger wird heftig gestritten über die Frage: Wo beginnen Verkitschung, Missbrauch und Trivialisierung des Nationalsozialismus und des Holocaust? In Kontext äussern sich dazu LiteraturkritikerInnen sowie Experten für Holocaustliteratur und Film. Der Roman «Stella» von Takis Würger hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. SRF-Literaturredaktorin Luzia Stettler und Literaturkritiker Felix Schneider berichten von unterschiedlichen Leseerfahrungen und geben gegensätzliche Wertungen des Buches ab. Sie greifen die wichtigsten Themen der Debatte auf: Wie wichtig ist die Wirklichkeit im historischen Roman? Was ist unerzählbar am Holocaust? Wo beginnen Tabus? Sascha Feuchter, Leiter der Forschungsstelle Holocaustliteratur in Giessen, ordnet die Aktualität in die Geschichte und Entwicklung der Holocaustliteratur ein. Filmredaktor Michael Sennhauser berichtet von Naziploitation und Holocaust im Film. Lesehinweise: Peter Wydens dreiteilige Serie über Stella Goldschlag im «Spiegel» (1992): http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679866.html Peter Wyden: «Stella Goldschlag» (2019, Steidl) Takis Würger: «Stella» (2019, Hanser) Weitere Themen: - Streit um Stella - Nicht zu viele Tabus! - Naziploitation – urteilt nicht zu schnell!

00:56:0518.02.2019
Koloniale Erbschaften - wie umgehen damit in den Museen?

Präsident Macron will afrikanische Kulturgüter zurückgeben in ihre Ursprungsländer - der Wille ist da - doch so einfach geht das nicht. Die Rückgabeversprechungen des französischen Präsidenten haben in den Feuilletons eine gigantische Diskussion ausgelöst, ob und wie das gehen soll, die Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an ihre einstigen Besitzer. Fast alles ist noch unklar bei dieser Debatte - doch sie hat den Blick der Öffentlichkeit geschärft und auch auf andere Museen gelenkt. Wie sieht es in der Schweiz aus - im Berner Historischen Museum, im Museum der Kulturen Basel und im Museum Rietberg: alle drei haben auch sie Ethnograficas aus Afrika. Weitere Themen: - Museum Rietberg: Umgang mit Kunstwerken aus kolonialen Kontexten - Rückgabe ja gerne - wenn es denn überhaupt Interessenten gibt

00:57:4717.02.2019
69. Berlinale und scheidender Leiter Dieter Kosslick: eine Bilanz

Die Berlinale ist das publikumsstärkste Filmfestival Europas. Die 69. Ausgabe ist die letzte unter der Leitung von Dieter Kosslick. Eine Gesprächsrunde blickt auf diese Ausgabe zurück. Dieter Kosslick, der charismatische Mann, der fast immer mit Hut und rotem Schal zu sehen ist, prägte die internationalen Filmfestspiele Berlin fast 20 Jahre lang, nächstes Jahr gibt er den Stab an Carlo Chatrian weiter. In einer Kontext-Gesprächsrunde mit der Filmkritikerin Katja Nicodemus und dem Filmkritiker Peter Claus blickt Brigitte Häring zurück auf die Kosslick-Ära. Wie hat Kosslick die Berlinale geprägt? Was sind seine Verdienste? Was hat er eventuell auch weniger gut gemacht? Zu diskutieren geben zum Festivalende hin natürlich auch die Filme selber: Welche haben besonders zu reden gegeben? Und wer hat Chancen auf den Goldenen Bären?

00:54:2714.02.2019
Künste im Gespräch – Zurück zu den Seen, Bauhaus, Untoter Schwan

Genderfluide Bäume entwurzeln sich und machen sich auf die Reise zurück zu den Seen. Möbel im Bauhaus-Design sind modern seit hundert Jahren. Und im Elfenland der Basler Lyrikpreisträgerin Katharina Schultens tummeln sich auch Zombies. Lantau ist ein reisefreudiger Birnbaum, Liliette seine geliebte Seerose und Weissdorn Habakus sein genderfluider Rivale. Vor dreissig Jahren entzückten die Basler Künstlerin Betha Sarasin und Musikjournalist Markus Ganz mit ihrem phantastischen dreisprachigen Geschichten-, Bilder- und Musikbuch «Die Reise zu den Seen» auf Deutsch, Chinesisch und Englisch. Nun hat Markus Ganz als Hommage an seine 2016 verstorbene Fabulier-Freundin den Band «Zurück zu den Seen» veröffentlicht, ein fröhliches Panoptikum, ein Kulturschwamm-Pendel im Ausschlag nach Ost und West. Mit dem Bauhaus kam die Moderne in die Wohn- und Arbeitszimmer. Form follows function lautete die prominente Devise. Schön und funktional sollten die Möbel und Accessoires sein, so wie Freischwinger von Marcel Breuer, Mies van der Rohes Barcelona Chair und Wagenfeld-Lampen. Bauhaus-Möbel sind bis heute beliebt. Doch nicht alles, was als Bauhaus-Stil angepriesen wird, hat im Bauhaus seine Wurzeln. Der Basler Lyrikpreis 2019 ging an Katharina Schultens. Ihre ungeheure Sprachkraft treffe in ihrer Gradlinigkeit das Herz der Gegenwart, das schreibt die Jury des Basler Lyrikpreises 2019 zur Dichtung von Katharina Schultens. Die 38-jährige Schriftstellerin lebt in Berlin und veröffentlicht seit 20 Jahren Lyrik und poetologische Texte. Ihr letzter Gedichtband heisst «Untoter Schwan» und kam vor einem Jahr im kookbooks Verlag heraus. Daniela Huwyler hat die Dichterin an der Basler Preisverleihung getroffen. Weitere Themen: - Lantau, Liliette und Habakus wollen zurück zu den Seen - Bauhaus-Möbel - seit 100 Jahren modern? - Traumwandlerisch an der Grenze – Lyrik von Katharina Schultens - Katharina Schultens zu ihrem feministischen Science-Fiction-Roman

00:56:1313.02.2019
The Kids Are Alt-Right: Die neuen Koordinaten der Pop-Rebellion

Die Alt-Right in den USA beherrschen die Zeichensprachen des Pop und inszenieren sich als Provokateure. Und der Österreicher Andreas Gabalier codiert den Rockn‘Roll um - in einen nostalgischen Heimatsoundtrack, der den Rechtspopulismus nährt. Was sind die Strategien der kulturellen Gegenaufklärung? «The kids are alright» ist eine Hymne auf die rebellische Jugend der Sechziger der britischen Rockband The Who. Wer heute schockieren will, muss Donald Trump wählen, das empfehlen führende Köpfe der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, der neuen, alternativen Rechten. Gavin McInnes, einst Gründer des Vice-Magazins, ist einer von ihnen und sagt: «Ich bin noch immer der Punk, der ich vor 20 Jahren war. Nur dass meine Zielscheibe nicht mehr die bourgeoisen Spiesser aus den Vororten sind, sondern die politisch korrekte linke Elite.» Klaus Walter fragt in seinem Essay: Wie eignet sich die neue Rechte Punk an? Welche Tabus will sie brechen? Und wohin nur mit den ganzen Widersprüchen? Im zweiten Teil lenkt die Philosophin Isolde Charim den Blick auf den Alpenraum, auf den Volks-Rockn‘Roller Andreas Gabalier. Er behandle die Popmusik, als ob sie schon immer ein Medium für massenwirksame Heimattümelei gewesen sei - was im Kontext des Rechtspopulismus besonders brisant ist. Aber nicht überall wo Heimattümelei und eine E-Gitarre zusammenfinden, ist automatisch reaktionäres Gedankengut drin: der Schweizer Mundart-Musiker Trauffer fühlt sich missverstanden und wehrt sich dagegen, vom Feuilleton in die rechte Ecke gestellt zu werden. Weitere Themen: - Mediale Pop-Strategien der Neuen Rechten - Andreas Gabalier: Idyllischer Alpenrock von rechts - Marc Trauffer: Die Schweiz gehört nicht der SVP

00:55:1212.02.2019